letze Aktualisierung: 20.08.2015 von MK


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2003

v.l.: M.Frenzel, R.Itu, H.Friedrich, K.-H.Mayer, Th. Laufer, L.Kleissl, S.Daxenberger

ITU  im zweiten  Anlauf  zum Sieg

Rumäne holt Waginger-See-Pokal bei den German-Masters-Series

 

Der Waginger-See-Pokalsieger 2003 heißt Razvan Itu. Für den ehemaligen rumä-nischen Daviscupspieler klappte es im zweiten Anlauf. Nachdem er im Vorjahr noch im Endspiel dem österreichischen Weltranglistenspieler Andreas Fasching unterlegen war, holte sich Itu mit einem 7:6, 6:4-Final-Erfolg über Matthias Frenzel (Dortmunder TK) den See-Pokal, dazu wichtige Punkte im German Masters Series und 1350 Euro Siegergage. Itu ist mit 34 Jahren der älteste Waging-Sieger aller Zeiten.

 „Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt, konnte die beiden harten Viertelfinal- und Halbfinalmatches gut wegstecken“, sagte ein überglücklicher Turniersieger am Sonntagnachmittag nach den vier heißen Tagen von Waging am See.Bereits im Viertelfinale kam es zur Neuauflage des Vorjahrs-Finales. Und die Revanche saß prompt. Erfahrung siegte hier über jugendlichen Elan, denn im dritten Satz war der an acht gesetzte Itu gegen den topgesetzten und 12 Jahre jüngeren Fasching obenauf und marschierte ins Halbfinale, wo er gegen den Chilenen Gonzalo Fernandez ebenfalls über drei Sätze gehen mußte.Dass der Rumäne im Endspiel dann auch gegen den neun Jahre jüngeren Matthias Frenzel triumphierte, war keine Überraschung. Alle Matches hatte er bislang gegen Itu verloren. Zwei Mal lag der Rumäne im ersten Satz Break vor, führte 2:0 und 5:3, verpaßte es dann aber, den Durchgang auch zu beenden. Er mußte in den Tiebreak und war hier mit 7:2 obenauf. Der zweite Satz ging etwas schneller. Ein frühes Break gab den Ausschlag und das Finale vor zahlreichen Be- suchern war nach 1.35 Stunden beendet.Erst vor einer Woche waren Itu und Frenzel beim 16.Pfaffenwinkel-Turnier in Peiting aufeinander getroffen. Da lautete das Ergebnis fast identisch 7:5, 6:4. „Ich kann gegen ihn nicht gewinnen, er hat ein gutes Händchen und kann sich aus engen Situationen immer wieder befreien“, sagte der geschlagene Frenzel nach dem Endspiel.

Dass Frenzel überhaupt nach Waging kam, lag nur daran, daß sein Club, der Dortmunder TK, nach drei Spielen in der 2.Bundesliga Nord Konkurs angemeldet hatte. Die 2.Liga hatte nämlich am Freitag und Sonntag ihre letzten Spieltage. „Ich habe von meinem Club kein Geld bekommen, muß jetzt auf den Preisgeld- Turnieren etwas verdienen“, begründete der 25-jährige Franke seine Anreise. Immerhin 800 Euro kassierte er in Waging. Der Mal war Frenzel schon beim See-Pokal, die Halbfinal-Teilnahme 2000, als er am späteren Sieger Philipp Kohlschreiber scheiterte, war bis dato sein größter Erfolg am Waginger See.

Für Itu war es der zweite Turniersieg dieses Jahres. In Schliersee hatte sich der deutsche Herren-30-Meister 2002 beim Sixtus-Turnier im Finale über den Südtiroler Martin Mair durchgesetzt. Zwischen 1988 und 1992 gehörte Itu zum rumänischen Daviscup-Team, kam hier regelmäßig zum Einsatz, mußte dann aber als Weltrang- listen-290. wegen einer Handverletzung seine Profikarriere beenden. Seit vier Jahren lebt er in Fürth und ist auf Preisgeldturnieren immer gern gesehen.

Was den Rumänen auszeichnet, ist seine ruhige Art auf dem Platz. „Er hat ein hervorragendes Händchen, das merkt man in vielen Situationen, beschreibt Turnierdirektor Ludwig Kleißl den Turniersieger.

Kleißl monierte einen Rücklauf der Meldungen um rund 20 Prozent, so kamen heuer nur 120 Spieler zu den vier Konkurrenzen nach Waging. Das Fazit fiel denoch positiv aus. „Trotz der Hitze haben wieder alle sehr fair gefightet, Oberschiedsrichter Hans Friedrich mußte kein einzigesmal eingreifen“ lobte der Turnierchef die Spieler.

Für die große heimische Hoffnung Peter Steinberger vom TC Übersee kam das Aus im Viertelfinale. Dabei war der 18-jährige Jungprofi gut gestartet, eliminierte zu-nächst Fabian Enser (Nürnberg 6:2, 6:0) und dann den ehemaligen Münchner Iphitos-Spieler Andi Weber (derzeit vereinslos 7:5, 7:6). Am Finalisten Matthias Frenzel biß sich der Bernauer aber die Zähne aus. Was Steinberger auch machte, der Gegner hatte immer die bessere Antwort parat. Am Ende stand ein 6:0, 6:1 für Frenzel, ein Ergebnis, das man in dieser Höhe sicherlich nicht erwartet hatte. „Schnell abhaken und nach vorne schauen“, war der kurze, knappe Kommentar von Steinberger.Für den Waging-Sieger von 2001, Richard Drazny, kam das Aus ebenfalls im Viertelfinale. Der an sieben gesetzte Stuttgarter Daniel Plasa hatte an diesem Tag den längeren Atem und setzte sich gegen die Nummer zwei des Turniers in drei Sätzen durch.

Die Waginger Hoffnungen Bernhard, Jeffrey Morys, Michael Platzer und Alwin Lahl kamen allesamt über die erste Runde nicht hinaus, ebenso wie Rupert Aicher vom SV Wacker Burghausen.                                                                                                                    kk