letze Aktualisierung: 20.08.2015 von MK


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Jahreshauptversammlung des Tennis-Club Waging am See

Große Schomburgk-Spiele des DTB in Waging

Tennisclub setzt verstärkt auf Jugendarbeit - Personalprobleme bei Erwachsenen-Teams

Die Luft in finanzieller Hinsicht wird zwar dünner. Trotzdem steht der Tennisclub Waging in finanzieller Hinsicht noch einigermaßen auf sicheren Beinen. Diesen Eindruck vermittelte trotz unübersehbarer Probleme die diesjährige Jahreshauptversammlung des Tennisclub Waging. Wie in fast allen Tennisvereinen macht der allgemeine Trend des Mitgliederrückgangs auch vor der Vereinsanlage in Angerpoint nicht halt. War Tennis in den 1980er Jahren noch Boom-Sportart, so kämpft man auch am Waginger See seit über 10 Jahren gegen eine schleichende Überalterung im Verein und ein allgemeines Desinteresse am Vereinssport. Der Mitgliederstand, der in den besseren Zeiten bei über 400 lag, ist mittlerweile auf genau 200 eingeschrumpft. Größter Hoffnungsträger für die Zukunft ist der neue Jugendwart Matthias Praxenthaler, der im ersten Jahr seiner Amtszeit bereits an die 20 Kinder und Jugendliche neu für den Verein gewinnen konnte. Die gleichzeitigen 24 Austritte, insbesondere von Passiv-Mitgliedern, konnte aber auch er nicht ganz kompensieren.

Vorstand Ludwig Kleißl, erst jüngst vom Oberbayerischen Tennisverband für seine Verdienste um den Tennissport mit der silber-vergoldeten Ehrennadel des Verbandes ausgezeichnet, appellierte an die versammelten Mitglieder, sich wieder stärker an den Arbeitsdiensten zur Platzinstandsetzung zu beteiligen. In letzter Zeit sei die Beteiligung sehr zurückgegangen. Nur aufgrund der Eigenleistungen könne der Verein aber finanziell überleben. Eine Fremdvergabe würde den Haushalt mit zusätzlich etwa 2.300 Euro belasten; ein Betrag, den der Verein ohne Beitragserhöhungen nicht schultern könnte. An die aktiven Spieler richtete Kleißl die Bitte, sich als Übungsleiter oder als Oberschiedsrichter ausbilden zu lassen. Dies würde zusätzliche Zuschüsse einbringen und – im Falle des Oberschiedsrichters - Bußgeldzahlungen vermeiden helfen. Einen besonderen Dank richtete Kleißl an Alois Unterrainer für die hervorragende gärtnerische Betreuung der Vereinsanlage. Dessen Ruhestandsabsichten zum Jahresende wollte Kleißl nicht so recht akzeptieren: „Meine Amtszeit läuft noch bis 2009, danach geh´n wir gemeinsam in Rente“, schlug er seinem alten Weggefährten vor.

Das sportliche und finanzielle Highlight des Vereins war einmal mehr das Turnier um den Waginger-See-Pokal, das 2007 zum 35. Mal stattfand. Mit dem 17-jährigen Dennis Bloemke gab es den jüngsten Sieger in der Turniergeschichte. Er trat damit in die Fußstapfen von Philipp Kohlschreiber, der 2001 als blutjunges Talent in Waging erfolgreich war und mittlerweile in der Weltspitze angelangt ist. Im Finale setzte sich Bloemke gegen den 19 Jahre älteren Chilenen Gonzalo Fernandes klar in zwei Sätzen durch. Für die Vereinskasse war der Einnahmeüberschuss aus der Turnierveranstaltung die wichtigste Einnahmequelle nach den Mitgliedsbeiträgen. Kleißl dankte besonders den zahlreichen Werbepartnern der Veranstaltung und den Spendern von Tombolapreisen. Weniger Glück hatte man mit dem Sommerfest, das zum dritten Mal hintereinander dem schlechten Wetter zum Opfer fiel. Auf einen neuerlichen Versuch will der Verein nun verzichten. „Wahrscheinlich hätten wir heuer das allerschönste Wetter gehabt“, mutmaßte Kleißl resignierend.

Wenig Erfreuliches hatte Sportwart Erwin Patzelt zu vermelden. Lediglich die 1. Herrenmannschaft schnitt mit dem 5. Platz in der Landesliga einigermaßen zufriedenstellend ab. Die Herren 30 belegten in der 1.Bezirksklasse den letzten Platz und wurden für die neue Saison aus Spielermangel nicht mehr gemeldet. Die weiteren Mannschaften tummeln sich in den Kreisklassen auf den hinteren Tabellenplätzen. Patzelt machte für das schlechte Abschneiden die ständige Personalnot in den Mannschaften verantwortlich. Nicht selten hätte man mit dem letzten Aufgebot antreten müssen. Einzelne Spiele mussten dem Gegner gar kampflos überlassen werden, was einige Strafzahlungen an den Verband zur Folge hatte. Für die neue Saison, so Patzelt, habe man auf diese Entwicklung reagiert. Mit Ausnahme der 1. Herrenmannschaft seien nur noch 4er Mannschaften im Spielbetrieb gemeldet. Die Damenmannschaft sei gänzlich abgemeldet worden, dafür gebe es wieder eine Herren-50-Mannschaft. Enttäuschend sei die Beteiligung an der Clubmeisterschaft gewesen. Die Damenkonkurrenz fand mangels Beteiligung gar nicht statt. Bei den Herren setzte sich Matthias Grünäugl gegen lediglich eine handvoll Mitstreiter durch. Heuer sind die Clubmeisterschaften bereits vor Beginn der Saison angesetzt, nämlich am 17. und 18. Mai. „Dann sollten eigentlich alle noch heiß auf Tennis sein“, meinte Patzelt optimistisch.

Jugendwart Matthias Praxenthaler berichtete ebenfalls von einer schwierigen Saison, insbesondere für die Junioren- und Knabenmannschaft, wo man nur mit viel Organisationsaufwand über die Runden kam. Man habe einfach zu wenig Spieler in diesen Altersklassen gehabt. Bei den Bambini habe man dagegen genügend Spielerinnen und Spieler, die aber für die älteren Klassen noch zu jung seien. In der neuen Verbandssaison werde man nur noch mit zwei Bambini- und einer Kleinfeldmannschaft antreten. Die wenigen Spieler zwischen 14 und 18 werden möglicherweise in einer Spielgemeinschaft mit dem TC Traunstein am Punktspielbetrieb teilnehmen. Durch die Einführung einer Jugendrangliste will Praxenthaler im Verein einen gesunden Konkurrenzkampf fördern. Er machte aber auch deutlich, wie wichtig es sei, nicht nur die Kinder sondern auch deren Eltern für den Tennissport zu gewinnen. Nur die jungen Familien könnten auf Dauer den Verein am Leben erhalten. „Lasst die Kinder und auch die Eltern spielen und fragst nicht gleich nach dem Mitgliedsausweis“, war sein eindringlicher Appell an die Versammlung für eine großzügige „Schnupperphase“.

Schatzmeisterin Silvia Christensen berichtete von einem Fehlbetrag in Höhe von 821 Euro im letzten Jahr. An Darlehenstilgungen seien 3.200 Euro geleistet worden, so dass man hoffen könne, in etwa zwei Jahren schuldenfrei zu sein. Wichtigste Einnahme waren die Mitgliedsbeiträge mit einem Aufkommen von 16.333 Euro. Bei den Ausgaben waren die Jugendarbeit mit 5.627 Euro, die Gebäudekosten mit 5.523 Euro, der Platzunterhalt mit 4.407 Euro und der Spielbetrieb mit 4.195 Euro die größten Posten. Die Kassenprüfer Helmut Klug und Franz Schupfner fanden keinen Grund zur Beanstandung. Die anschließende Entlastung der Vorstandschaft durch die Mitgliederversammlung erfolgte einstimmig.

Den größten individuellen Erfolg im Verein erreichte im letzten Jahr Sepp Baumgartner mit dem Gewinn der Ü55-Europameisterschaft in Seefeld. Hier setzte er sich im Finale gegen den 48-maligen DDR-Meister Thomas Emmerich in zwei Sätzen durch. Da sich Baumgartner für die Versammlung entschuldigen ließ, musste Vorstand Ludwig Kleißl die geplante Gratulation und Geschenkübergabe auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Sepp Baumgartner ist zusammen mit dem Tennisclub heuer Veranstalter der großen Schomburgk-Spiele vom 5. bis 7. September, die seit 1958 in Deutschland ausgetragen werden. Es handelt sich dabei um ein Mannschaftsturnier für Damen und Herren der Alterklasse Ü50 aus den 16 Verbänden des Deutschen Tennisbundes. Titelverteidiger ist Bayern, das mit bisher 19 Erfolgen klar vor Westfalen (10) und Niederrhein (9) liegt.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Wünsche und Anträge“ kam die Anregung, für die Hobbyspieler einmal in der Woche eine zwanglose Spielmöglichkeit mit anderen Vereinsmitgliedern bzw. ehemaligen Mitgliedern anzubieten. Damit sollen insbesondere jene Mitglieder angesprochen werden, die Probleme haben, auf anderem Wege einen geeigneten Spielpartner zu finden. Sportwart Erwin Patzelt nahm diese Anregung gerne auf und legte den Donnerstagabend ab 18 Uhr als vorläufigen Termin für den zwanglosen Tennistreff fest.

In Vertretung von Bürgermeister Sepp Daxenberger dankte der 3. Bürgermeister und Sportreferent Martin Huber dem Tennisclub für die geleistete Jugendarbeit und für die neuerliche Teilnahme am Ferienprogramm der Gemeinde.

Er gratulierte dem 1.Vorstand Ludwig Kleißl zur Auszeichnung vom Tennisverband.

Mit der Veranstaltung des Turniers um den Waginger-See-Pokal setze der TC Waging ein Highlight im Waginger Veranstaltungskalender und mache den Ort über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt. Er sagte dem Verein die Unterstützung der Gemeinde zu, wo immer es möglich sei. Abschließend wünschte er allen eine erfolgreiche und unfallfreie Tennissaison.